Living room, Lounge

Gerade gelesen: Sommeredition

von Anna

 Erik Axl Sund Schattenschrei
Vor zwei Monaten als Junivorhaben verbloggt, kommt hier heute “schon” meine kurze Rezension zu “Schattenschrei”. Kleiner Rückblick: Ich habe die Victoria Bergman Trilogie zu lesen angefangen, weil der Stern sie als Nachfolger der Millenium-Serie gelobt hatte. Komplett stimme ich da nicht zu – Stieg Larsson war noch spannender – gut konstruiert, süchtig machend und die menschlichen Abgründe zeigend sind aber auch die Sund-Bücher.

Ich bin in zehn Tagen durch den Psychothriller “gepflügt” (sorry, kleine Outlander-Referenz..). Das ginge schon schneller, aber ich war happy mit dem Tempo. Nachdem mich anfangs die Romanze zwischen Ermittlerin Jeanette Kihlberg und Psychologin Sofia Zetterlund etwas irritiert hat (Liebe im Thriller? Lesbische Liebe im Thriller??), gibt sie der Geschichte im Laufe der Zeit noch mehr Pfeffer. Man ahnt Schlimmes – doch es kommt anders. Sofia ist auch der Charakter, der am meisten Tiefe entwickelt. Logisch. Durch ihre Selbsttherapie erfahren wir am meisten über sie, ihre Beweggründe, ihre Psyche. Sympathisch macht sie sich nicht. Menschlich, wenn man das denn so sagen kann, ist sie schon. Kihlberg ist sympathischer, ihre Probleme bieten mehr Identifikationsfläche, sind “alltäglicher”, dennoch bleibt sie oberflächlicher für den Leser.

Ich bin etwas unglücklich mit dem Ende. Auf dem Einband sagt krimifan.dk: “Die Wahrheit ist gnadenlos und so böse, dass man sie nicht in seinen wildesten Träumen hätte erraten können.” Zugegeben, es löst sich alles ganz anders auf als erwartet, was für eine guten (Spannungs-)Aufbau am Anfang der Geschichte spricht und da geht auch ein großes Kompliment an die Schreiber, aber ganz zustimmen kann ich nicht. Der ursprung des Traumas des Täters ist mein “Problem”. Er ist einfach so oft in Literatur und Film als solcher benutzt worden. Das macht ihn nicht weniger wichtig und grausam, dennoch habe ich die Verbindung nicht kommen sehen. Sonderlich überraschend war sie dann aber auch nicht.

Was bietet die Bergman Trilogie? Wir erleben drei Jahreszeiten in Stockholm. Im ersten Band “Krähenmädchen” wird der Rahmen gespannt, im zweiten Buch “Narbenkind” scheint klar zu sein, wer der Täter ist, “Schattenschrei” zeigt dann, dass zumindest ich falsch lag. Fazit: Die ersten beiden Bände waren spanndender aber Buch drei bringt die Geschichte zu Ende und birgt die Auflösung. Ja, es ist gnadenlos. Ja, es geht böse zu. Bitterböse.
Als nächstes folgt:

Giulia Enders Darm mit Charme

Aktuell auf dem Nachttisch:

Marlen Haushofer Die Wand

Elizabeth Gilbert Das Wesen der Dinge und der Liebe

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